So geht eine enkelfähige Finanzplanung

Plötzlich ist es soweit: Die eigenen Kinder werden Eltern. Viele frischgewordene Grosseltern fragen sich, wie sie ihre Enkel finanziell sinnvoll unterstützen könnten. Tipps aus der Beratungspraxis der DC Bank.

Die Freude ist gross, wenn die ersten Enkel zur Welt kommen. Viele Grosseltern möchten sie auf ihrem Weg begleiten und fragen sich, was sie über Betreuung hinaus für sie tun können – etwa mit dem gezielten Aufbau eines ersten Vermögens. Wichtig ist, die Unterstützung mit den Eltern abzusprechen und die eigene finanzielle Situation realistisch einzuschätzen.

Tipps für den Vermögensaufbau

Finanzielle Sicherheit geht vor

Prüfen Sie Ihr Budget frühzeitig und planen Sie die finanzielle Unterstützung Ihrer Enkelkinder bewusst ein. Legen Sie ein monatliches oder jährliches Budget für die Unterstützung fest. Ein Anteil davon sollte in ein Anlageportfolio oder einen Fondsparplan gehen. Planen Sie auch den «Worst Case» mit ein, etwa längere Krankheiten oder Pflegekosten. Besprechen Sie ihre persönliche Situation mit Ihrem DC Bank-Berater oder Ihrer DC Bank-Beraterin. Bedenken Sie: Vermögensverzichte können sich in Notsituationen nachteilig auswirken.

Gesetzlichen Rahmen klären

Prüfen Sie grössere Beiträge frühzeitig, damit es keine Überraschungen gibt. Schenkungen werden in den meisten Kantonen steuerlich gleich wie Erbschaften behandelt. Es handelt sich somit prinzipiell um einen Erbvorbezug. Im Kanton Bern sind Schenkungen an direkte Nachkommen, also auch an Enkel, steuerfrei. Eltern deklarieren ein Anlageportfolio im Wertschriftenverzeichnis ihrer eigenen Steuerklärung, wenn es auf den Namen des Kindes lautet. Sprechen Sie Ihren Unterstützungswunsch im Beratungsgespräch an: Die Erbschafts- und Schenkungssteuer umfasst nämlich auch zahlreiche Spezialfälle.

Ist das Kind alt genug, um selbst Geld anzusparen, unterstützen Sie es, indem Sie seine Einzahlungen verdoppeln. Das stärkt die Eigenverantwortung

Nachlassplanung frühzeitig beginnen

Regeln Sie Ihren Nachlass rechtzeitig, insbesondere bei grösseren Zuwendungen an ihre Enkel. . Wer bereits zu Lebzeiten grössere Vermögen verschenkt, reduziert die Erbschaftssteuer für die Empfängerinnen und Empfänger und kann durch Vermögensminderung selbst Steuern sparen. Allerdings können Sie durch eine grosszügige Schenkung an die Enkel den Pflichtteil Ihrer eigenen Kinder verletzen. Die Beschenkten müssen das Geschenk unter Umständen bei der Erbteilung wieder ausgleichen. Um böses Blut zu vermeiden, suchen Grosseltern rechtzeitig das Gespräch mit allen Erbberechtigten und setzen für grössere Summen einen Schenkungsvertrag auf. Unproblematisch sind kleinere Summen, Gelegenheitsgeschenke oder Beiträge an Unterhalt und Ausbildung.

Ein Anlageportfolio für die Enkelkinder aufbauen

Der Fondssparplan «Fondsinvest» der DC Bank – gebührenfrei im Jugendangebot twenty5 – bietet einen flexiblen Aufbau von Enkelvermögen. Sie zahlen einen beliebigen Betrag ein und die DC Bank legt das Kapital basierend auf dem festgelegten Risikoprofil an. Langfristig ermöglicht ein Anlageportfolio höhere Erträge als ein Sparkonto. Für die Zeit von der Geburt bis zur Volljährigkeit gelten durchschnittlich 5-7% als realistisch. So sammelt sich bereits mit einem kleinen Betrag von 50 Franken pro Monat ein stattliches Vermögen von rund 20’000 Franken an. Eröffnen Sie «Fondsinvest» auf den Namen des Kindes. Somit gilt es als gebundenes Kindesvermögen, zu dem die Eltern Sorge tragen müssen.

Tipps für kleine Hilfen

Beantworten Sie die folgenden Fragen:

Klein ist gross

Regelmässige Unterstützung mit kleinen Beträgen ist planbarer und wirkungsvoller als ein grosser Beitrag. Ausserdem glätten regelmässige Käufe den Einstiegskurs.

Bildung wirkt

Investieren Sie als Grosseltern in die Bildung Ihrer Enkelkinder, etwa in Nachhilfe oder Sprachkurse. Oder sparen Sie gezielt bis zu deren 18. Geburtstag, um ihnen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen.

Doppelt gespart motiviert

Ist das Kind alt genug, um selbst Geld anzusparen (siehe Blogartikel), unterstützen Sie es, indem Sie seine Einzahlungen verdoppeln. Das stärkt die Eigenverantwortung.

Indirekt entlastet Eltern

Verbinden Sie Ihre Beiträge immer mit einem konkreten Nutzen. Unterstützen Sie bei der Kinderbetreuung, bei Ferienlagern, beim ÖV-Abo oder entlasten Sie einmalig bei grossen Ausgaben.

Wissen schafft Unabhängigkeit

Geld geben ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist Wissen vermitteln: Erklären Sie Ihren Enkelkindern, wie Geld anlegen, Sparen und Zinseszinsen sowie Anlagemärkte funktionieren. Das ist ein Geschenk fürs Leben.

3 Fragen an Erika Leuenberger

Erika Leuenberger, Privatkundenberaterin Premium

Interview: Bruno Habegger

Warum lohnt sich die Unterstützung der Enkelkinder?
Primär, weil es ein gutes Gefühl ist, etwas zum Lebensglück der eigenen Enkel und zur Entlastung deren Eltern – der eigenen Kinder – beizutragen. Auf der finanziellen Seite kann es einige Vorteile bringen, sofern man seine eigenen Ziele und die finanzielle Sicherheit nicht aus den Augen verliert.

Warum lohnt sich ein Beratungsgespräch?
Kleine Schenkungen oder Beiträge für das Anlageportfolio der Enkelkinder sind immer unkompliziert möglich. Sollen Enkel in grösserem Mass beschenkt werden, muss man genauer hinschauen und die Folgen klären. Es gibt einige Spezialfälle zu beachten.

Welchen Fehler kann man bei der Enkelunterstützung machen?
Das hängt von der individuellen Situation ab. Nur ein Sparkonto für die Enkel einzurichten, halte ich angesichts des Entwicklungspotenzials von Geldanlagen am Kapitalmarkt über lange Zeiträume für eine verpasste Chance. Generell sollten Grosseltern das Gespräch mit allen suchen, die erbberechtigt sind. Die Aufgabenverteilung und Art der Unterstützung sollten geklärt werden, damit sich niemand benachteiligt fühlt und kein Streit entsteht.

Disclaimer

Dieser Blogartikel dient ausschliesslich zur Information. Es ist weder Angebot noch Aufforderung für den Kauf oder Verkauf von Produkten. Für Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen.