Finanzkompetenz: Wie Kinder und Jugendliche einen gesunden Umgang mit Geld lernen

Sackgeld, Sparschwein, erstes Anlegen: Wer Kinder früh an den Umgang mit Geld heranführt, gibt ihnen Sicherheit fürs ganze Leben. Der DC Bank Blog zeigt, wie finanzielle Bildung spielerisch und alltagstauglich gelingt.

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Sackgeld? Was haben Sie davon gekauft? Worauf haben Sie gespart? Ein neues Velo? Ferien? Für die Ausbildung? Bestimmt tauchen Bilder auf, wie bei vielen Menschen.
Sackgeld gehört zur Schweizer Alltagskultur. Eine Sotomo Studie aus dem Jahr 2025 zeigt: Die meisten Kinder erhalten spätestens mit dem Schuleintritt regelmässig Geld – vom Fünfliber im Kindesalter bis zu rund CHF 150 als Teenager. Über vier von fünf Kinder sparen einen Teil davon. Drei Viertel der Eltern legen zusätzlich Geld für ihre Kinder zurück, meist auf einem Sparkonto.
Zeit, um die finanzielle Kompetenz von Kindern und Jugendlichen über das blosse Sparen hinaus zu stärken.
Heute lernen Kinder den Umgang mit Geld nicht mehr nur mit Klimper- und Papiergeld.
Herkömmliche Sparkonten stossen dabei jedoch schnell an ihre Grenzen.

Spielerisch lernen

Das Brettspiel «Monopoly» war zwar ursprünglich als Kapitalismus-Kritik geplant, dennoch lässt sich mit dem Spielgeld üben – auch ohne Brettspiel. Oder Sie kaufen Spielzeuggeld im Look der aktuellen Banknoten. Machen Sie ein Spiel damit: Der gedeckte Mittagstisch wird beispielsweise zum Restauranttisch, das Kind bezahlt sein Dessert mit Spielzeuggeld. Es spart «Geld» für etwas Besonderes und kann sich etwas verdienen, indem es eine kleine altersgerechte Aufgabe im Haushalt erledigt. Nach und nach kann dann das Spielzeuggeld mit echtem Geld ersetzt werden.

Der spielerische Ansatz sollte in den ersten Jahren im Vordergrund stehen, mit einfachen Regeln und Belohnungen, wenn ein Sparziel eingehalten wurde. Natürlich gehört dazu, über den Unterschied von Wunsch und Bedarf zu sprechen und realistische Ziele festzulegen. Ausserdem kann schon früh mit Risiken «gespielt» werden.

Lassen Sie das Kind liebevoll gestaltete Risikokarten ziehen, die den Bargeldbestand anknabbern oder sein Wachsen begünstigen. Drei Beispiele unten im Kasten: Entwickeln Sie weitere altersgerechte Risikokarten zusammen mit Ihrem Kind.

Tipp: Der Verein FinanceMission unterhält eine schulische Lernplattform zu Finanzthemen.

Spielerische Situationen helfen Kindern, den Wert von Geld zu verstehen.

Mehrere Sparschweine

Stellen Sie im Kinderzimmer drei Sparsäuli auf. Jedes dient einem bestimmten Zweck. Im ersten Säuli spart das Kind für einen bestimmten Wunsch, etwa ein Spielzeug. Im zweiten für Spenden: Geld soll auch Gutes tun. Das Geld aus dem dritten Kässeli wird von den Eltern verzinst, wächst also über die Zeit. Ist das Kind gross genug, kann es für einen ETF-Kinderfonds genutzt werden. Für spontane Wünsche gibt’s einen Batzen ins Portemonnaie.

Tipp: Sind die Sparschweinchen farblich unterschiedlich, können Sie mit dem Kind auf Papier ein einfaches Budget aufstellen und die Farben darin nutzen.

Verschiedene Sparziele schaffen Bewusstsein für Planung, Verzicht und Verantwortung.

Die Grundlage der Börse

Führen Sie ältere Kinder ans Thema «Anlegen» heran, indem Sie ihnen das Konzept «Aktie» erklären (z. B. anhand von Puzzleteilchen) und über Risiken sprechen, die sich über die Zeit immer weniger auswirken. Börsenspiele und Simulationen unterstützen ebenso wie sprachliche Bilder: Aktienmärkte lassen sich mit offenem Wasser vergleichen: Mal ist es ruhig, mal gibt es stärkeren Wellengang. Wer langfristig unterwegs ist, erlebt mit der Zeit mehr ruhige als stürmische Phasen.

Oder: Mehr gute Börsentage überwiegen mit der Zeit die schlechten. Und warum sollten Jugendliche anlegen? Weil niemand eine lange Reise ohne genügend Proviant unternimmt.

Tipp: Bei Money Moves, dem Finanzspiel eines Schweizer Finanzbloggers, würfeln sich Teilnehmende bis zu ihrer Pensionierung.

Ein Kinderportfolio aufbauen

Herkömmliche Kindersparkonti werfen kaum mehr Gewinn ab. Bis zum 18. Lebensjahr frisst die Inflation die Zinsen gleich wieder auf. Es lohnt sich daher, für seinen Nachwuchs Kinderportfolios einzurichten, die breit aufgestellt und risikoarm zusammengesetzt sind. «Fondsinvest» der DC Bank bietet die nötige Flexibilität und kann – gebührenfrei im Jugendangebot twenty5 – für Kinder und Jugendliche jeden Alters genutzt werden. Einzahlen und die Bank übernimmt das Überwachen und Steuern des Portfolios. Beraterin Stefanie Mühlemann gibt Tipps (siehe Interview unten).
Es lohnt sich bereits ab der Stunde null. Zahlt man monatlich 50 Franken ein, sammeln sich bei einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von sieben Prozent realistisch bis zur Volljährigkeit rund 20’000 Franken an.

Tipp: Nehmen Sie ein älteres Kind zum Beratungsgespräch mit. Streuen Sie kindgerechte Aktien von Marken ein, die es kennt. Legen Sie mit dem Kind eine Sackgeldquote für das Portfolio fest.

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Sparen lernen: Kleine Beträge, grosse Bedeutung.

Wem das Geld gehört

Wird ein «Fondsinvest» auf den Namen des Kindes eröffnet, handelt es sich bis zum 18. Lebensjahr um gebundenes Kindesvermögen (ZGB Art. 318–327); der Zugriff ist eingeschränkt, das Vermögen geht mit der Volljährigkeit automatisch auf das Kind über. Ab diesem Zeitpunkt kann das Vermögen im Jugendangebot twenty5 weitergeführt werden, das für junge Erwachsene bis 25 Jahre gilt.
Alternativ kann das Fondsinvest auf den Namen der Eltern geführt werden. Das bietet mehr Flexibilität beim Zugriff und bei Rückzügen. Die eingesetzten Fonds sind in beiden Varianten identisch – der Unterschied liegt primär in der rechtlichen Zuordnung und Verfügung über das Geld.

Risikokarten. Drei Beispiele.

Impulskauf im Kiosk
Du siehst etwas Cooles an der Kasse und willst es sofort.
Wenn du sofort kaufst: Bezahle 4 Franken.
Wenn du bis morgen wartest: Bezahle 0 Franken und behalte dein Geld.

«Zu gut, um wahr zu sein»
Jemand sagt: «Gib mir 2 Franken, dann bekommst du 10 zurück.»
Wenn du es machst: Verliere 2 Franken.
Wenn du stoppst und nachfragst: Du bekommst 1 Franken Belohnung.

Gruppendruck
Freundinnen oder Freunde sagen: «Kauf das auch, sonst bist du langweilig.»
Wenn du mitmachst: Bezahle 3 Franken.
Wenn du nein sagst: Du behältst dein Geld und bekommst 1 Franken Mut-Bonus.

Kurzinterview

«Sparen beginnt mit dem Wert des Geldes»

Kundenberaterin Stefanie Mühlemann über ihr erstes Sackgeld und warum Anlegen bereits für Kinder und Jugendliche wichtig ist.

Interview: Bruno Habegger

Stefanie Mühlemann, was haben Sie sich von Ihrem ersten Sackgeld gekauft?
Das weiss ich gar nicht mehr. Sicher Schläckzeug am Kiosk (lacht). Ich habe ein Sparsäuli gehabt und immer gearbeitet für mein Geld. Mit Hundespaziergängen am freien Mittwochnachmittag oder Schulhausputzen während den Sommerferien. Es hat mich fasziniert zu sehen, wie das Geld wächst. Ich war stolz, wenn mein Sparheft, nach einer Einzahlung bei der Bank am Schalter, wieder eine neue Zeile erhielt.
Lang ist es her … Mit 18, dem Beginn meiner Bankkarriere, habe ich dann zum ersten Mal selbst investiert und bin auf die Nase gefallen. Lernen gehört dazu.

Sie unterstützen Eltern bei der langfristigen Finanzplanung. Warum ist das Anlegen auch für Kinder wichtig?
Es ist für Eltern und Kinder wichtig. Je früher Kinder für den Wert des Geldes sensibilisiert sind und den Umgang damit lernen, desto besser später ihre Chancen auf eine gesunde finanzielle Basis für ihr Leben.

Wie baut man ein Kinderportfolio auf?

Gerade bei jüngeren Kindern geht es weniger darum, Anlagen zu verstehen, als um eine vorausschauende Planung durch die Eltern. Deshalb ist es oft sinnvoll, ein Fondsinvest zunächst auf den Namen der Eltern zu eröffnen – das schafft Flexibilität, falls später auf das Geld zurückgegriffen werden soll. Mit zunehmendem Alter und wachsendem Verständnis kann das Kind schrittweise einbezogen werden; ab diesem Zeitpunkt ist auch der Wechsel zu einem gebundenen Kindesvermögen möglich. In der Beratung definieren wir wie üblich auf Basis des Risikoprofils die Zusammensetzung – für Kinder und Jugendliche eignet sich ein breit diversifiziertes Portfolio. Entscheidend ist vor allem die Regelmässigkeit: Schon kleine monatliche Beträge können langfristig viel bewirken.
 

Wie involviert man Jugendliche?
Zeigen Sie ihnen das Wachstum des Portfolios – das motiviert, auch selbst etwas beizutragen. Ebenso wichtig ist es, Jugendlichen schrittweise finanzielle Verantwortung zu übertragen. Beispielsweise kann das Sackgeld oder ein fixer Betrag für bestimmte Ausgaben regelmässig auf ein eigenes Konto mit eigener Karte überwiesen werden. So bezahlt das Kind etwa sein Mittagessen oder gelegentlich ein Kleidungsstück selbst. Auf diese Weise lernt es aus eigener Erfahrung, was 50 oder 100 Franken bedeuten – und wie schnell Geld ausgegeben ist, je nachdem, wofür man es verwendet.

Disclaimer

Dieser Blogartikel dient ausschliesslich zur Information. Es ist weder Angebot noch Aufforderung für den Kauf oder Verkauf von Produkten. Für Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen.

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