Die Teuerung ist wie ein Pac-Man. Sie frisst Werte quer durch die ganze Wirtschaft. Der Fachbegriff lautet «Inflation»: Das Preisniveau steigt, mit dem vorhandenen Geld kann immer weniger gekauft werden.
Im Kundengespräch bei der DC Bank spielt die Inflation immer mit: «Sie muss mit einkalkuliert werden», sagt Ulrich Stalder, Privatkundenberater Premium. «Eine kluge Anlagestrategie umfasst deshalb immer auch, die Folgen der Inflation auszugleichen.» Was das heisst: Erzielt die Anlage eine Rendite von 5 Prozent, wächst die Kaufkraft nicht in demselben Mass. Die Inflation, Gebühren und Steuern müssen in Abzug gebracht werden. «Diese reale Rendite zählt», sagt Ulrich Stalder.
Teuerung mit langfristiger Strategie im Griff
Die Inflation fliesst bei der Berechnung des Sparziels ein. Liegt der Bedarf heute bei 100’000 Franken, kann er in 20 Jahren aufgrund der Teuerung deutlich höher sein. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Inflation von rund 2 % wären dann etwa 150’000 Franken erforderlich. Die erwartete Rendite sollte deshalb langfristig über der Inflation liegen. Eine breite Diversifikation kann dazu beitragen. Verschiedene Anlageklassen, Regionen und Währungen senken die Abhängigkeit von einer einzelnen Inflationssteigerung. So bieten beispielsweise Aktien oder Immobilien einen gewissen Inflationsschutz. «Die Strategie muss mehreren Inflationsszenarien standhalten», sagt Ulrich Stalder (siehe Interview).
Einen vollständigen Schutz gibt es jedoch nicht, denn im Spiel der Märkte sind Preise stets gewissen Schwankungen unterworfen, beeinflusst durch mehrere Faktoren. So können etwa die Produktionskosten steigen, wenn Rohstoffe oder Energie teurer werden. Wie gerade jetzt wegen des Iran-Kriegs. Sinkt der Wasserpegel im Rhein, verteuert sich der Transport, weil die Schiffe mit weniger Ladung ans Ziel geschickt werden.
Der derzeit starke Franken dämpft die importierte Inflation: Staatliche Massnahmen wie die Anhebung oder Senkung des Leitzinses der Schweizerischen Nationalbank (SNB) halten das Niveau des Preisanstiegs tiefer als im Rest Europas[DM1.1]. Schwillt die verfügbare Geldmenge an und hinkt das Angebot der Nachfrage hinterher, steigen die Preise wieder. Das Gleichgewicht zu halten ist für eine Volkswirtschaft nicht einfach.
Anlagen können zum Werterhalt beitragen
Klassisches Sparen bleibt wichtig. Es schafft Reserven für unerwartete Ausgaben und kurzfristige Anschaffungen. Für langfristige Ziele reicht es jedoch häufig nicht aus. Liegt die Verzinsung unter der Inflation, nimmt der reale Wert des Guthabens über die Jahre ab.
Anlagen eröffnen die Möglichkeit, eine Rendite zu erzielen, die langfristig über dem Kaufkraftverlust liegt. Sie sind allerdings mit Risiken und Wertschwankungen verbunden. Welche Strategie geeignet ist, hängt von den persönlichen Zielen, dem Anlagehorizont sowie der Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ab.
Kurzfristig benötigtes Geld sollte verfügbar bleiben. Für Kapital, das über einen längeren Zeitraum nicht gebraucht wird, können Anlagen sinnvoll sein. Auch regelmässiges Anlegen kommt infrage. Dabei wird wiederholt ein bestimmter Betrag investiert und das Vermögen schrittweise aufgebaut.
Entscheidend ist ein langer Atem. Wer ausreichend Zeit mitbringt, kann vorübergehende Schwankungen eher auffangen. Kurzfristige Marktbewegungen sollten nicht zu Entscheiden führen, die den langfristigen Zielen widersprechen.
Eine Kraftpille gegen den Kaufkraftverlust
Es sind verschiedene Ursachen, die die Inflation beeinflussen. Wie sich die Preise künftig entwickeln, lässt sich nicht zuverlässig voraussagen. Gerade deshalb sollte eine Anlagestrategie unterschiedlichen Markt- und Inflationsszenarien standhalten.
Sparen allein gleicht die Teuerung über einen langen Zeitraum häufig nicht aus. Selbst geringe Preissteigerungen können sich über die Jahre summieren. Wer sein Vermögen langfristig erhalten möchte, sollte deshalb regelmässig prüfen, ob die bestehende Anlagelösung noch zu den persönlichen Zielen und zur aktuellen Lebenssituation passt.
Mit wachsendem Vermögen steigen häufig auch die Anforderungen an dessen Verwaltung. Verschiedene Anlageklassen müssen aufeinander abgestimmt, Risiken überwacht und Entwicklungen an den Märkten eingeordnet werden. Bei einer Anlageberatung treffen Kundinnen und Kunden ihre Anlageentscheide selbst. Das setzt Zeit und eine regelmässige Auseinandersetzung mit dem Portfolio voraus.
Wer die einzelnen Entscheide nicht mehr selbst treffen möchte oder eine umfassendere Betreuung wünscht, kann einen Wechsel in die Vermögensverwaltung prüfen. Dort wird das Portfolio auf die vereinbarten Ziele, den Anlagehorizont sowie die persönliche Risikofähigkeit und Risikobereitschaft abgestimmt. Die Anlagen werden professionell ausgewählt, breit verteilt und laufend überwacht. Bei Bedarf wird die Zusammensetzung innerhalb der vereinbarten Strategie angepasst.
Die Vermögensverwaltung verhindert den Kaufkraftverlust nicht vollständig. Sie sorgt jedoch dafür, dass das Vermögen strukturiert und langfristig ausgerichtet angelegt wird. Kundinnen und Kunden müssen dabei nicht jeden einzelnen Anlageentscheid selbst verfolgen und umsetzen.
Die Beraterinnen und Berater der DC Bank unterstützen sie dabei, ihre bestehende Anlagelösung zu beurteilen und die passende Form der Betreuung zu finden.
Inflations-FAQ
Wie entsteht Inflation?
Allgemein und anhaltend steigende Preise haben unterschiedliche Ursachen. Sie sind dem komplexen Spiel der Kräfte in der Markt- und Finanzwirtschaft unterworfen. Im Kern handelt es sich um ein Ungleichgewicht zwischen Geldmenge und Güternachfrage.
Was ist eine gefühlte Inflation?
Eine Teuerung, die Menschen individuell wahrnehmen, auch wenn die Statistik eine niedrige Inflation ausweist. Die realen Zahlen können Sie hier beim Bundesamt für Statistik selbst berechnen.
Was ist eine Hyperinflation?
Gerät die Inflation ausser Kontrolle – wie etwa in Argentinien oder im Deutschland von 1923 –, kostet ein Kilogramm Brot plötzlich eine irrsinnig hohe Summe, und die Menschen tragen Geld in Säcken zur Bank.
Was ist Kaufkraft?
Damit bezeichnet man das real zur Verfügung stehende Geld, gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise LIK. Er bildet einen durchschnittlichen Einkaufskorb der Schweizerinnen und Schweizer ab. Die Schweiz hat mit knapp 50’000 Franken pro Kopf einen der höchsten Kaufkraftwerte in Europa. Der Wert unterscheidet sich von Kanton zu Kanton, ist am höchsten im Kanton Zug, am tiefsten im Kanton Jura. Kaufkraftrechner erlauben historische Vergleiche.
Kurzinterview
mit Ulrich Stalder
«Schutz bietet eine zweigleisige Strategie»
Die Inflation ist im internationalen Vergleich relativ gering. Das muss nicht so bleiben. Wie Sie selbst gegen Kaufkraftverlust kämpfen können, sagt Kundenberater Ulrich Stalder.
Interview: Bruno Habegger
Was hält die Inflation in der Schweiz tief?
Der Hauptgrund ist der starke Franken, der importierte Güter und Energie für Konsumenten günstiger macht. Die Schweizerische Nationalbank hält zudem die Preisstabilität erfolgreich im Zielband von 0 bis 2 Prozent. Zudem werden generelle Preiserhöhungen durch das Vertrauen in den Staat, die Politik sowie die stabilen Rahmenbedingungen gedämpft.
Somit kein Problem für die Kundinnen und Kunden der DC Bank?
Aus unserer Erfahrung sind sich die Kunden des Risikos der Inflation
grundsätzlich bewusst. Wenn wir ihnen jedoch die Auswirkung z.B. einer Teuerung von «nur» schon 1.00 % auf ihr Vermögen aufzeigen, sind einige von ihnen doch bereits sehr überrascht.
Ein Wert, den die Schweiz gerade im September 2026 wieder erreicht hat. Was können Kunden tun?
Sie sollten eine zweigleisige Strategie aus aktivem Ausgabenmanagement beim täglichen Konsum und dem gezielten Schutz der Ersparnisse vor Kaufkraftverlust verfolgen.
Wie konkret?
Der Konsum im Alltag lässt sich immer optimieren. Wer sein Einkaufsverhalten anpasst, Fixkosten überprüft sowie grosse Anschaffungen überdenkt und allenfalls verschiebt, dämpft die Folgen der Inflation. Hinzu kommt, das Ersparte vor Entwertung zu schützen. Dies geschieht durch Verteilung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen wie Sachwerte oder festverzinsliche Anlagen. Das schützt ganz oder teilweise vor den Auswirkungen der Inflation.
Warum ist die Vermögensverwaltung zur Dämpfung der Inflations-Kosten das richtige Mittel?
Eine professionelle Vermögensverwaltung ist das effektivste Mittel zur Dämpfung von Inflationskosten, weil sie Bargeld und klassische Sichteinlagen – welche am stärksten von der Geldentwertung betroffen sind – systematisch in renditestarke Sachwerte umschichtet. Anders gesagt: Während Sparguthaben real an Wert verlieren, investiert eine Vermögensverwaltung zielgerichtet in Anlageklassen, deren Wert oder Ertrag historisch gesehen mit der Inflation ansteigt.
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