Paare, die ihre beiden Einkommen in eine gemeinsame Finanzplanung und Anlagestrategie einbringen möchten, stehen vor besonderen Herausforderungen. Unterschiedliche Lebensgeschichten, Risikoprofile und Erwartungen prallen aufeinander – Konflikte sind möglich. Damit es gar nicht erst so weit kommt, hört Privatkundenberater Ulrich Stalder beiden aufmerksam zu und zeigt Wege auf, die zu beiden passen.
Wenn Einkommen, Erwartungen und Erfahrungen aufeinandertreffen
Gleichzeitig bietet ein doppeltes Einkommen grosse Chancen: Mehr Sparpotenzial, mehr Möglichkeiten für steueroptimierte Vorsorgelösungen (3. Säule, Pensionskasseneinkäufe) und ein stärkerer Hebel beim Vermögensaufbau. Viele Paare unterschätzen, wie viel Spielraum ihnen allein durch zwei regelmässige Einkommen zur Verfügung steht – besonders zu Beginn der gemeinsamen Finanzplanung.
Im Beratungsgespräch, so Ueli Stalder, geht es darum, die finanziellen Grundlagen zu klären. Die meisten Paare haben sich vor dem Erstgespräch auf einige Grundsätze geeinigt: Sparen ist wichtig, die Zukunft ist planbar, doch ungewiss und die Anlagestrategie muss zum gemeinsam definierten Risikoprofil passen. Im Beratungsgespräch wird Letzteres geschärft und weitere Details geregelt (siehe Kurzinterview unten).
Der Fokus verändert sich
Paare setzen einen anderen Fokus als Einzelpersonen: Sie definieren ihren partnerschaftlichen Horizont und legen gemeinsam Schwerpunkte für das Wohl der Menschen im Haushalt fest. Wer weniger verdient oder im Berufsleben Einschnitte erfährt, profitiert durch gemeinsame Spar- und Anlagemöglichkeiten – und kann so auch langfristig abgesichert werden.
Ein doppeltes Einkommen ermöglicht zudem:
- den Aufbau eines gemeinsamen Notgroschens bei gleichzeitigem individuellem Spielraum,
- parallele Einzahlungen in die 3. Säule für steuerliche Optimierung,
- grössere Flexibilität beim Investieren – z.B. ein dynamischerer Anteil für den risikofreudigeren Partner und ein stabilerer Anteil für den sicherheitsorientierten.
Weitere Eckpunkte der gemeinsamen Finanzplanung
Die gemeinsame Finanzplanung umfasst dieselben Themen wie die individuelle– jedoch erweitert um partnerschaftliche Fragestellungen, wie etwa:
- Ziele klären und regelmässig überprüfen
- Steueroptimierungen und Vorsorgethemen ansprechen und planen
- Liquidität und Reserven
- Familienplanung und vieles mehr sicherstellen.
Darüber hinaus steht die Absicherung des Haushalts im Zentrum. Denn ein Ereignis trifft immer beide. Transparenz schafft Vertrauen: Rollen und Verantwortlichkeiten sollten klar geregelt sein, ebenso der Entscheidungsprozess. Und auch das gehört dazu: Partnerschaften können zerbrechen. Szenarien wie Trennung oder Pflegebedürftigkeit müssen mitgedacht und abgesichert werden.
Anlagestrategie mit mehr Kraft
Nach der gemeinsamen Finanzplanung richtet sich der Blick auf die passende Anlagestrategie. Wie in der individuellen Beratung steht bei der gemeinsamen Anlagestrategie das Risikoprofil im Zentrum. Welche Risiken tragen beide mit? Welche Renditevorstellungen liegen vor? Welche Verfügbarkeit muss das gemeinsame Vermögen haben? Zwar kommen viele Kundinnen und Kunden bereits mit Vorstellungen in die Beratung, doch erst im Gespräch mit den Experten erfolgt der Abgleich mit den realen Chancen und Risiken in den Märkten.
Liegt das Risikoprofil der beiden Partner weit auseinander, braucht es einen tragfähigen Kompromiss. Eine Möglichkeit: Ein Teil des Vermögens wird dynamischer angelegt, der grössere Teil stabiler – so entsteht ein solides Fundament mit Entwicklungschancen. Eine weitere Variante ist die klare Trennung: Jede Person verwaltet einen individuellen Anlageanteil, während ein gemeinsamer Teil partnerschaftlich gesteuert wird.
«Man stellt die Verbindung zweier Menschen auf eine stabile finanzielle Grundlage.»
Ulrich Stalder, Privatkundenberater
So funktioniert die Beratung
Patentrezepte gibt es nicht. Die Geschichten, Bedürfnisse und Möglichkeiten der Paare sind so individuell, dass es unter Umständen mehrere Gespräche bis zu einem konkreten Plan braucht. Mehrere Schnittstellen erhöhen die Komplexität: Konten, Wohneigentum, Vollmachten, Begünstigungen, und Nachlass müssen aufeinander abgestimmt und sauber dokumentiert sein.
Die Beratung hilft, eine gemeinsame Vision zu entwickeln und die finanzielle Grundlage dafür zu schaffen. «Man stellt die Verbindung zweier Menschen auf eine stabile finanzielle Grundlage», sagt Ulrich Stalder. «Das stärkt die Partnerschaft.» Er findet in der Regel nach dem zweiten Gespräch eine gemeinsame Finanzplanung und Anlagestrategie, hinter die sich beide stellen können. Stalders Credo: Beide Partner sollten sich gleichermassen einbringen können, um einen fundierten Entscheid zu erzielen (siehe Kurzinterview).
Begleitung durch das Leben
Unter dem Strich: Zwei Einkommen in die gemeinsame Planung einzubringen, schafft Chancen und reduziert Risiken. Dafür braucht es klare Regeln, definierte Zuständigkeiten und die Bereitschaft, mögliche Konflikte offen anzusprechen. Lebensentwürfe verändern sich. Deshalb sollten Finanzplanung und Anlagestrategie regelmässig überprüft und angepasst werden.
Eine integre Beratung stellt die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt, nicht den Verkauf von Finanzprodukten. «Wir tragen eine grosse Verantwortung», sagt Ulrich Stalder, «und wenn wir unsere Kundinnen und Kunden ein Leben lang begleiten dürfen, passen Finanzplanung und Anlagestrategie in jeder Lebensphase optimal zum Paar.»
Eckpunkte der gemeinsamen Anlagestrategie
- Gemeinsame Risikofähigkeit und Risikobereitschaft bestimmen: Welchen Zeithorizont peilt man an, wie können beide ruhig schlafen?
- Zielaufteilung festlegen – was wird gemeinsam, was individuell investiert? Wird ein Nachteilsausgleich für einen der Partner eingeplant und falls ja, wie?
- Anlageuniversum und Regeln festlegen: Welche Anlagethemen, welche Finanzinstrumente, welche Währungen? Welche Anlagelösung?
- Spar- und Investitionsplan festlegen: Welche Beträge können monatlich investiert, welche Einmaleinlagen sind möglich?
- Governance klären: Wie werden Entscheidungen getroffen, was gilt bei Uneinigkeit, wann wird die Anlagestrategie überprüft?
Kurzinterview
mit Ulrich Stalder
«Grundlage für die gemeinsame Zukunft stärken»
Privatkundeberater Ulrich Stalder über die Chancen und Risiken der gemeinsamen Finanzplanung und Anlagestrategie.
Interview: Bruno Habegger
Was ist die grösste Herausforderung bei der Beratung von Paaren?
Ulrich Stalder: Die unterschiedlichen Voraussetzungen in eine gemeinsame Planung und Strategie zu bringen. Viele Paare haben bereits eine Vorstellung, doch es bleiben zahlreiche Details zu klären. . Die grösste Herausforderung liegt meist darin, ein Budget festzulegen und die unterschiedlichen Risikoprofile aufeinander abzustimmen. Bildhaft gesagt: Wir begleiten unsere Kundinnen und Kunden auf dem Wanderweg der Finanzen und zeigen ihnen bei Aussichtspunkten, wohin die Reise gehen könnte.
Wer geht mehr Risiken ein, Männer oder Frauen?
Ulrich Stalder: Aus meiner Erfahrung definitiv die Männer. Sie haben oder denken zumindest (schmunzelt), dass sie über höhere Fachkenntnisse verfügen. Frauen haben dafür oft ein enorm gutes Bauchgefühl für die Chancen und Risiken an den Geld- und Kapitalmärkten. Ein ideales Team also für eine optimale Anlagestrategie, um sorgsam Renditeerwartungen und Sicherheitsstreben zu kombinieren. Lustigerweise entscheidet am Schluss oft die Frau, ob und wie angelegt wird.
Finanzplanung und Anlagestrategie brauchen also immer beide Partner?
Ulrich Stalder: Ja. Es geht um die Vision der gemeinsamen Zukunft. Ich höre darum beiden gleichermassen zu. Beide müssen auf alle Fälle in jede Überlegung und jeden Entscheid involviert werden. Nur so entfalten sich die wertvermehrenden Potenziale der gemeinsamen Planung und Strategie.
Und so nebenbei sind Sie noch ein Paartherapeut?
Ulrich Stalder: (lacht). Na ja, ein kleines bisschen vielleicht. Aber es stimmt: Finanzielle Sicherheit ist die beste Grundlage für eine langfristige, stabile und gemeinsame Zukunft.
Unser Experte
Ulrich Stalder
Funktion: Privatkundenberater
Bei der DC Bank seit: 2021
Berufserfahrung: Über 30 Jahre im Bankgeschäft tätig, davon vier Jahre bei der DC Bank
Persönliches Motto: «You can get it if you really want – mit Mut und Beharrlichkeit.»
Hobbies: Musik und Familie
Lieblingsort in Bern: Sommerterrasse des Hotels Bellevue
Privat: Verheiratet, zwei erwachsene Kinder
Ulrich Stalder
Funktion: Privatkundenberater
Bei der DC Bank seit: 2021
Berufserfahrung: Über 30 Jahre im Bankgeschäft tätig, davon vier Jahre bei der DC Bank
Persönliches Motto: «You can get it if you really want – mit Mut und Beharrlichkeit.»
Hobbies: Musik und Familie
Lieblingsort in Bern: Sommerterrasse des Hotels Bellevue
Privat: Verheiratet, zwei erwachsene Kinder
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