Stellen Sie sich vor, jemand möchte Ihr Auto kaufen – und bietet Ihnen einen Sack voller Teeblätter an. Oder Ihre Restaurantgäste bezahlen mit einem Salzstreuer. Absurde Vorstellung? Nicht ganz. Über Jahrhunderte waren Muscheln, Salz oder Vieh gängige Zahlungsmittel. Auf den Yap-Inseln Mikronesiens gelten die riesigen Rai-Steine bis heute als Wertträger.
Diese Beispiele zeigen: Geld war nie selbstverständlich. Und sein Wert entsteht nicht aus der Sache selbst – sondern aus etwas Immateriellem: Vertrauen.
Wie Zahlungsmittel sich verändern – und warum ihr Wert bleibt
Schon unsere Sprache trägt Spuren früherer Zahlungsformen. So leitet sich «Salär» vom lateinischen Wort salarium ab (Salzration, Salzgeld). Das lateinische Wort pecunia (Geld) leitet sich von «pecus» (Vieh) ab – ebenfalls ein Zahlungsmittel, in vielen Kulturen besonders für die Aussteuer einer Braut. Erst die Entwicklung von standardisiertem Geld in Form von Münzen im Römischen Reich, in Griechenland und später, ausgehend von China, mit dem Papiergeld liess die Bedeutung anderer Zahlungsmittel schwinden. Mit jeder Entwicklung verschwand ein alter Wertträger – aber der Kern blieb gleich: Ein Zahlungsmittel funktioniert nur, wenn Menschen darauf vertrauen, dass es morgen noch etwas gilt.
Vertrauen: Der unsichtbare Wert des Geldes
Egal ob Muschel, Münze, Banknote oder digitaler Eintrag: Der materielle Wert spielt eine Nebenrolle. Entscheidend ist der Glaube daran, dass man dafür heute und morgen etwas erhält.
Dieses Vertrauen hat zwei Ebenen:
1. Vertrauen in die Institutionen, die das Geld verwalten – Zentralbank, Staat, Bank.
2. Vertrauen in die Stabilität, also darauf, dass das Geld morgen nicht wertlos ist.
Wenn dieses Vertrauen schwindet, verliert eine Währung an Wert – das zeigen historische Währungskrisen eindrücklich. Ein stabiles Geldsystem braucht deshalb klare Regeln, starke Institutionen und eine Bevölkerung, die daran glaubt.
In der Schweiz ist dieses Vertrauen besonders hoch. Die Abstimmung vom 8. März 2026, welche Bargeld und den Franken in der Verfassung verankerte, bestätigt dies: Die Bevölkerung will ein verlässliches, greifbares Zahlungsmittel – auch in einer digitaler werdenden Welt.
Der Wert des Geldes entsteht im Kopf
Geld besitzt keinen Wert an sich. Sein Wert entsteht durch kollektive Vorstellungen und gemeinsame Übereinkünfte.
So gilt Gold seit Jahrhunderten als wertvoll – nicht, weil es für den Alltag zwingend notwendig wäre, sondern weil Menschen ihm diesen Wert zuschreiben. Ähnlich verhält es sich mit Geld: Wir haben gelernt, dass zehn Franken einen bestimmten Gegenwert repräsentieren.
In Ausnahmesituationen zeigt sich besonders deutlich, wie flexibel solche Zuschreibungen sind. In Krisenzeiten können auch Alltagsgüter wie Zigaretten zu Zahlungsmitteln werden, weil sie knapp sind und von vielen akzeptiert werden.
Auch digitale Wertträger wie Kryptowährungen funktionieren nach diesem Prinzip. Ihr Wert entsteht nicht aus einem materiellen Gegenstand, sondern aus der gemeinsamen Vorstellung, dass sie etwas wert sind – und genau deshalb kann er auch stark schwanken.
Geld wird damit zu einem psychologischen System: Wir messen ihm Bedeutung bei, weil andere es auch tun.
Wie grundlegend diese Rolle ist, brachte der schottische Philosoph und Ökonom David Hume bereits 1752 auf den Punkt:
«Geld ist keines der Räder des Handels: Es ist das Öl, das die Bewegung der Räder geschmeidiger und leichter macht.»
Warum Beratung wieder wichtiger wird
Geld entwickelt sich weiter: Neue Zahlungsmittel funktionieren abgekoppelt von physischen Gegenständen wie Muscheln oder bedrucktem Papier. Im Wallet des Smartphones steckt das digitale Geld, wir überweisen in Echtzeit, bezahlen kontaktlos und handeln digital. Gleichzeitig sind digitale Systeme abhängig von Strom, IT und Infrastruktur.
Ganz neue Zahlungsmittel wie Kryptogeld bleiben mangels Vertrauens in ihre Stabilität riskant.
Wer Geld besitzt, muss den Zahlungsmitteln und den Organisationen vertrauen können, die die Werte verwalten. Persönlicher Service spielt dabei eine entscheidende Rolle. Geld hat nämlich für jeden Menschen eine andere Bedeutung, und das Räderwerk des Lebens funktioniert für jeden anders.
Darum braucht es eine vertrauenswürdige Beratung, die den Fokus nicht auf Geld legt. Was im ersten Moment wie ein Widerspruch klingt, ist keiner, erklärt Leon Maarsen im Interview.
Funktionen des Geldes
Geld ist knapp, haltbar, teilbar, leicht zu transportieren, als Geld erkennbar und in sich gleichwertig. 10 Franken sind 10 Franken. Im Wesentlichen hat Geld drei Funktionen:
- Tauschmittel: Geld beseitigt den direkten Tauschhandel. Man kann mittels Geld den Tausch auf später verschieben oder Güter von ungleichem Wert tauschen. Es ist leicht zu zählen, zu transportieren und zu tauschen.
- Wertmassstab: Geld erlaubt den Wertvergleich unterschiedlicher Güter. Das schafft wirtschaftliche Transparenz.
- Wertaufbewahrung: Geld kann gespeichert oder aufbewahrt werden. Das bewahrt die Kaufkraft über längere Zeit. Inflation (Wertverlust) kann diese Eigenschaft allerdings beeinträchtigen.
Kurzinterview
mit Leon Maarsen
«Es geht primär nicht um Geld»
Leon Maarsen, Leiter Privatkunden Classic, über Geld, Zahlungsmittel und Vertrauen.
Interview: Bruno Habegger
Herr Maarsen, was ist Geld?
Rational betrachtet ist Geld ein Tausch- und Zahlungsmittel. Gleichzeitig ist die Bedeutung für jeden Menschen anderes, da es mit persönlichen Zielen, Lebensumständen und Emotionen verbunden ist.
Diese Individualität macht eine sorgfältige Beratung anspruchsvoll – und genau deshalb ist der richtige Ansprechpartner so wichtig.
Inwiefern?
Weil es keine Standardlösung gibt. Jede Situation ist einzigartig und erfordert eine individuelle Herangehensweise.
Integre Beratung bedeutet, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln, die fachlich fundiert ist und zugleich wirklich zur Kundschaft passt.
Wie entsteht Vertrauen?
Durch genaues Zuhören, echtes Verstehen und indem man auf die tatsächlichen Bedürfnisse eingeht.
Es geht also bei der Beratung in der Bank nicht um Geld?
Genau, und das ist kein Widerspruch. Wir möchten ein stabiles finanzielles Fundament bilden, auf dem sich das Gegenüber entwickeln kann, im Einklang mit den Zielen seines oder ihres Lebens.
Dafür braucht es nicht nur Geld, sondern auch die nötigen Instrumente dafür.
Jedes Zahlung- und jedes Anlageinstrument setzt Vertrauen voraus, dass man damit seine Rechnungen jederzeit bezahlen oder Träume verwirklichen kann. Wir setzen auf bewährte Lösungen; vom analogen Zahlungsauftrag über Kredit- und Debitkarten bis hin zu modernem E-Banking und Mobile Banking. Zudem stehen wir an unserem klassischen Bankschalter persönlich zur Verfügung – für Bargeldbezüge, Fragen oder die Vereinbarung eines Beratungstermins.
Der Franken und die Bargeldversorgung sind seit der Abstimmung vom 8. März 2026 neu in der Verfassung festgeschrieben. Innovativ ist das nicht?
Das deutliche Ergebnis der Abstimmung zeigt: In Bargeld und die Nationalbank setzen Schweizerinnen und Schweizer grosses Vertrauen. Das ist nachvollziehbar, denn digitale Zahlungsmittel sind von Strom und IT-Infrastruktur abhängig. Es braucht sicher beides, und die DC Bank gewichtet analoge und vertrauenswürdige digitale Zahlungsmittel gleich.
Unser Experte
Leon Maarsen
Funktion: Leiter Privatkunden Classic
Bei der DC Bank seit: 2022
Berufserfahrung: Sechs Jahre soziale Arbeit, drei Jahre Banking
Persönliches Motto: «Glücklich sein – Gesundheit, Familie und Freude.»
Hobbies: Familie, Gartenarbeit, Motorradfahren
Lieblingsort in Bern: Aare, am liebsten im Marzili
Privat: Lebt mit Partnerin und Kind in Arch
Guilty Pleasure: Coca Cola (mit Zucker)
Pascal Schweizer
Funktion: Leiter Privatkunden Classic
Bei der DC Bank seit: 2022
Berufserfahrung: Sechs Jahre soziale Arbeit, drei Jahre Banking
Persönliches Motto: «Glücklich sein – Gesundheit, Familie und Freude.»
Hobbies: Familie, Gartenarbeit, Motorradfahren
Lieblingsort in Bern: Aare, am liebsten im Marzili
Privat: Lebt mit Partnerin und Kind in Arch
Quilty Pleasure: Coca Cola (mit Zucker)
Geld erleben
Wer tiefer in die Geschichte und Zukunft des Geldes eintauchen möchte, findet im neuen Money Museum der Schweizerischen Nationalbank einen spannenden Zugang.
Das interaktive Format «Moneyverse» zeigt anschaulich, wie sich Geld und Zahlungsmittel über die Zeit verändert haben – und weshalb Vertrauen bis heute ihr wichtigster Wert bleibt.
Disclaimer
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